Vierfleck-Höhlen­schlupf­wespe – Höhlen­tier des Jahres 2017

Der Verband der deutschen Höhlen- und Karst­forscher e. V. und dessen Re­ferat für Bio­speläo­logie ha­ben die Vier­fleck-Höhlen­schlupf­wespe, Diphyus quadripunctorius (O. F. MÜLLER 1776) zum Höhlen­tier des Jahres 2017 gewählt.

Begattete Weibchen über­wintern in großer Zahl in Höhlen, Stollen und Felsen­kellern, wo sie meist dicht ge­drängt in Fels­spalten sitzen. Bereits ab Juni kann man sie in Höhlen finden, an­fangs auch noch zu­sam­men mit den Männ­chen, die nach der Be­gattung absterben.

Vierfleck-Höhlenschlupfwespe
Vierfleck-Höhlen­schlupf­wespen im Oberen Bühläcker­stollen (7320/2K) bei Schönaich
(Foto: H. Köble)
 

Die Körper­länge der Schlupf­wespen be­trägt 13 bis 15 Milli­meter. Die Weib­chen haben einen weißen Ring auf den Fühlern und tragen auf dem schwarzen Hinter­leib vier helle Flecken.

Die Vierfleck-Höhlen­schlupf­wespe ist aus allen deutschen Höhlen­ge­bieten be­kannt. Auf der Schwäbi­schen Alb ist sie recht häufig, und sie kommt auch in den Höhlen der Muschel­kalk-Ge­biete sowie im Keuper-Berg­land (siehe Foto) vor.     → http://www.hoehlentier.de/
ThR – 29.11.2016

Seminar "Geologie und Höhlen" für Schau­höhlenführer

Auf Einladung der Museums­gesell­schaft Schelk­lingen fand am 12. März 2016 das 6. Seminar für Schau­höhlen­führer des Landes­ver­bands für Höhlen und Karst­for­schung in Baden Württem­berg statt, diesmal zum Thema ";Geo­logie und Höhlen";. Unser Gast­geber, die Museums­ge­sell­schaft Schelk­lingen, hatte als Ver­anstaltungs­ort zu­erst den Ritter­saal im ehe­maligen Spital zum Hl. Geist ge­plant, welcher aber wegen der hohen An­melde­zahl zu klein ge­we­sen wäre. So mussten die 50 an­ge­reisten Teil­nehmer auf den großen Saal im Rat­haus von Schelklingen aus­weichen.

Seminarteilnehmer
Seminarteilnehmer im Großen Saal des Schelklinger Rathauses (Foto: Petra Boldt)
Referenten
S. Roth, J. Duckeck, R. Blumentritt, H. M. Luz und E. Sobkowiak (Foto: Petra Boldt)
 

Eine tolle Überraschung bot uns die Museums­ge­sell­schaft als Ein­stieg in das Seminar, nämlich einen Spazier­gang durch den "Hohle Fels"; in 3-D-Technik. Der Film endete mit einer Auf­sicht auf die auf­ge­schnittene Höhle. Das war einmal etwas ganz Neues und ist zum Bei­spiel auch ge­eignet, um die Höhle während der Fleder­maus-Schutz­zeit im Winter dem Publikum zu zeigen.

Die Referenten waren Jochen Duckeck vom Höhlen- und Heimat­verein Laichingen und Dr. Sieg­fried Roth, der Ge­schäfts­führer des Geo­Parks Schwäbische Alb.

Am Vormittag standen, ver­mittelt von Jochen Duckeck, die Grund­lagen der Geo­logie, deren Geschichte, ihre Arbeits­methoden, die Platten­tektonik, die Ge­steins­bildung und die Ent­stehung der süd­deutschen Schicht­stufen­landschaft auf dem Programm.

Am Nachmittag stellte zunächst Dr. Sieg­fried Roth den UNESCO Global Geo­Park Schwäbische Alb und seine Be­deutung für die Ver­marktung der Schau­höhlen vor. Da­nach re­ferierte wieder Jochen Duckeck, und zwar über die Ver­karstung der Schwäbischen Alb und über Höhlen­inhalte.

Mittagessen
Gemeinsames Mittagessen in der Sport­heim-Gast­stätte mit (vorne rechts) Schelklingens Bürger­meister U. Ruckh (Foto: Otto Schwabe)
Gruppenbild vor dem Stadtmuseum Schelklingen
Nach Besichtigung des Stadt­museums ver­sammelten sich die Teil­nehmer zum Gruppen­bild vor dem Rat­haus (Foto: Otto Schwabe)
 

Zum Mittagessen hatte uns die Museums­gesell­schaft ins Sport­heim ein­ge­laden, wo wir uns alle von den an­spruchs­vollen Themen ein wenig er­holen konnten. Da­nach hatten die Seminar­teil­nehmer die Ge­legen­heit, sich unter Führung von Reiner Blumen­tritt und Win­fried Hanold das Stadt­museum an­zu­schauen. Für die kleinen Pausen zwischen den Re­feraten hatte die Stadt Blau­beuren im kleinen Sitzungs­saal Kaffee, kalte Ge­tränke und Butter­brezeln be­reit­gestellt.

Ganz herzlicher Dank geht an unsere beiden Referenten Jochen Duckeck und Sieg­fried Roth, an die Museums­ge­sell­schaft, ver­treten durch Reiner Blumen­tritt und Win­fried Hanold, für die tolle Organi­sation, das leckere Mittag­essen und die Museums­führung, so­wie an die Stadt Schelk­lingen, ver­treten durch Herrn Edgar Sobkowiak, für die Be­reit­stellung der Räum­lich­keiten und die kleinen Stärkungen. Es war eine sehr ge­lungene Ver­anstaltung. Petra Boldt – 19.04.2016

Seminar "Lichtquellen für Höhlen­forscher"

Seminarteilnehmer
Teilnehmer und Referenten ver­gleichen das Licht ver­schiedener LED-Lampen
Tobias Bosset: Mini
Tobias Bossert stellt seine "Mini" vor
 

Am Wochenende 4. bis 6. Dezember 2015 fand im Römer­stein­haus bei Donn­stetten auf der Schwäbischen Alb ein Seminar über die Be­nutzung von Licht­quellen in Höhlen statt. Ver­an­staltet wurde das Seminar vom Landes­ver­band für Höhlen- und Karst­forschung Baden-Württem­berg unter Mit­arbeit des Höhlen­ver­eins Blau­beuren und mit Unter­stützung der Natur­freunde Stuttgart-Botnang.

Die Vortragenden Tobias Bossert, Knut Brenn­dörfer, Gott­fried Buch­egger und Thomas Soczka-Guth in­form­ierten die ins­ge­samt 16 Teil­nehmer über so gut wie alle theo­re­tischen und prak­tischen As­pekte des Lampen­de­signs und die da­zu­ge­hörige Batterie­technik. Vor allem die lang­jährigen und weit­reichenden Er­fahrungen von Tobias Bossert führten zu ein­drück­lichen Er­kennt­nissen über die ergo­no­mischen Er­forder­nisse einer Lampe im dunklen, schwierigen Ge­lände.
Breiten Raum nahm auch der Er­fahrungs­aus­tausch der Teil­nehmer ein, und man ver­ein­barte für die Zu­kunft eine wesent­lich engere Zu­sammen­ar­beit bei der Ent­wicklung neuer und besserer Lampenkonzepte.

Akkuarten und -größen
Thomas Soczka-Guth referiert zum Thema "Mit­geführte Energie – unter­schied­liche Akku­arten und -größen". (Fotos: Markus Boldt)
 

Die verschiedenen Themen waren:

  • Eigenschaften von Licht­quellen: Acetylen­flamme – Glüh­birne – LED.
  • Eigenschaften von Energie­trägern: Karbid – Trocken­batterien – Akkus. Lam­pen für unter­schied­liche Auf­gaben: Fort­be­wegung – Aus­leuchten – nicht Blenden.
  • Benötigter Licht­strom: Vom engsten Schluf bis zur größten Halle.
  • Mitgeführte Energie: Unter­schied­liche Akku­arten und –größen.
  • Lichtverteilung: Gebündelt, diffus und/oder kombiniert.
  • Lichtfarbe: Neutral – farb­stichig, kälter – wärmer.
  • Demonstration von unter­schied­lichen Lampen­typen im Freien (z.B. im Wald).
  • Vorstellung eines Eigenbau-Lampen­pro­jekts des Höhlen­ver­eins Hall­statt-Ober­traun und weiterer Projekte.

(Petra Boldt – 14.12.2015)

Jubiläumsfeier "25 Jahre Landes­ver­band für Höhlen- und Karst­forschung Baden-Württem­berg e. V."

Am Abend des 17. Oktobers 2015 feierte der LHK, der Landes­ver­band für Höhlen- und Karst­forschung Baden-Württem­berg e. V., im Saal des Gast­hofs Rössle in Laichingen sein 25-jähriges Be­stehen. Die zahl­reich er­schien­enen Ver­treter der Mit­glieds­ver­eine des LHK wurden zu­nächst von der Vor­sitzenden Petra Boldt herz­lich begrüßt.

Grußwort
Die Vorsitzende des LHK über­mittelt ein Gruß­wort des Ver­bands der deutschen Höhlen- und Karst­forscher (Foto: Th. Rathgeber)

Vorstände des Ver­bands der deutschen Höhlen- und Karst­forscher und mehrerer be­nach­barter Landes­ver­bände waren ver­hindert, hatten aber Gruß­worte ge­schickt, die an­schließend von Petra Boldt vor­ge­lesen wurden. Die Schreiben kamen von Anna Bieniok für den Bundes­ver­band, von Ger­hard Stein und Stefan Zaenker für Hessen, von Heinz Von­der­thann für Bayern und von Erich Knust für Rhein­land-Pfalz.

Jens Leonhardt aus Erfurt sprach ein Gruß­wort für den Thüringer Höhlen­ver­ein. Er wies da­rauf hin, dass bei mehreren Pro­jekten sogar einzelne Grup­pen aus Baden-Württem­berg mit den Thüringer Höhlen­forschern zu­sam­men­arbeiten würden.

Es folgten Ansprachen von Georg Bäumler, Richard Frank, Wolfgang Siegel und Thomas Striebel. Sie ge­hören zu den Gründungs­mit­gliedern des Landes­ver­bands und sind ihm alle noch immer eng ver­bunden (auch wenn einige heute nicht mehr in Baden-Württem­berg wohnen).

Als letzter Redner vor dem ge­mein­samen Abend­essen über­brachte Win­fried Hanold Grüße der Archäo­logischen Denk­mal­pflege und be­tonte, dass auf diesem Ge­biet eine gute Zu­sam­men­arbeit zwischen den Behörden und den im Landes­ver­band orga­ni­sierten Höhlen­forschern bestehe.

Referenten
Drei der Gründungs­mit­glieder des Landes­ver­bands bei ihren An­sprachen (von links nach rechts): Richard Frank, Wolf­gang Siegel und Thomas Striebel (Fotos: Th. Rathgeber)
 

Nach dem Essen gab zunächst Ralph Müller, Vor­sitzender des LHK von 1990 bis 1995, unter der Motto "25 Jahre LHK – was so alles war&qzot; einen Rück­blick auf die Ver­bands­ge­schichte (siehe auch: Unter­welten-Info, Nr. 31, S. 18-19).

Anchließend ermöglichte Herbert Jantschke als Ver­treter der Arge Blau­topf mit fas­zinieren­den Bil­dern einen tiefen Ein­blick in Methoden und Er­geb­nisse der "Blau­topf­forschung – von da­mals bis heute&auot;.

Die Jubiläums­feier war eine dem An­lass ent­sprechend würdige Ver­an­staltung, die auch in den Medien einiges Inter­esse fand. Ge­nannt seien Be­richte von Christian Scharbert in der Schwäbischen Zeitung am 18.10.2015 ("Neu­gier treibt Höhlen­forscher an") und von Joachim Striebel in der Süd­west­presse am 19.10.2015 ("Jubiläums­fest: Höhlen­ver­band soll mehr an die Öffent­lich­keit").
(Thomas Rathgeber – 17.11.2015)

Aus der Tiefe ans Licht

Karte: Schauhöhlen auf der Schwäbischen Alb
wenger-grafik-design.de
 

Unter dem Titel Aus der Tiefe ans Licht er­scheint am 1. April 2015 (kein April­scherz!) ein neuer Führer zu den "Schau­höhlen auf der Schwäbischen Alb".

Titelbild: Schauhöhlen auf der Schwäbischen Alb
Titelbild: Schau­höhlen auf der Schwäbischen Alb

Herausgeber ist der Geo­Park Schwäbische Alb e.V. Der Landes­ver­band für Höhlen- und Karst­forschung Baden-Württem­berg ist Partner.

Erhältlich ist die Neu­er­scheinung ab dem 1. April gegen eine Schutz­ge­bühr von 1 Euro an allen 12 Schau­höhlen im Geo­park Schwäbische Alb.
(ThR – 01.03.2015)