Rettungsstollen am Lämmerbuckeltunnel

Über die Presse wurde der LHK über Arbeiten am Lämmerbuckeltunnel auf der A8 aufmerksam (→ Bericht Stuttgarter Zeitung)
Deutschlands ältester Straßentunnel soll sicherheitstechnisch durch zwei Rettungsstollen aufgerüstet werden, um die Fluchtwege aus dem Tunnel zu verkürzen (→ HP Baden-Württemberg)

Auf Anfrage der Vorsitzenden Petra Boldt beim Regierungspräsidium Stuttgart wurde sie schließlich an den Bauleiter dieses Projektes weiter verwiesen.

Dieser hatte bereits von den erfolgreichen Einsätzen beim Anfahren von Karststrukturen beim Bau der ICE-Trasse Merklingen-Ulm erfahren und war interessiert an einem Kennenlernen.

Am 18. April fand ein erster Besprechungstermin vor Ort statt. Drei Vertreter des LHK trafen sich mit dem Bauleiter im Baubüro, durften dort Pläne einsehen und sich ein Bild der Baustelle machen.
Nach einem beiderseitigen Erfahrungsaustausch führte der Geologe zur Baustelle.

Der erste und kürze der beiden Rettungsstollen ist schon fast fertig gestellt. Nach Aussage des Geologen wurden bisher keine größeren Karststrukturen angefahren.

Allerdings treten im jetzigen Arbeitsbereich verstärkt Spalten auf, weshalb nur noch in Abschnitten von einem Meter gesprengt wird.

Mit dem Bau des zweiten Rettungsstollens soll im Mai begonnen werden.

Es ist auf dem Areal des Hauses Lämmerbuckel der „Lämmerbuckelschacht“ bekannt, von dem man weiß, dass es eine Verbindung zum Tunnel gab.
Somit besteht also durchaus die Möglichkeit, dass beim Bau der Rettungsstollen weitere Hohlräume angeschnitten werden können.

Am Ende des Treffens wurden gegenseitig Kontaktdaten ausgetauscht, so dass der LHK schnell informiert werden kann, sollte eine Höhle gefunden werden.                                                    (yb 25.04.2018)

Zugang zum Rettungsstollen (Foto: Yvonne Bleher)

 
Petra Boldt untersucht eine frei gelegte Spalte (Foto: Yvonne Bleher)

 

 

Schauhöhlenführer-Seminar an der Schertelshöhle am 17. März 2018

Seminar "Höhlenlehm und Höhlentiere" für Schauhöhlenführer

Der Landesverband für Höhlen- und Karstforschung Baden-Württemberg als Veranstalter und der Höhlenverein Westerheim als Gastgeber hatten am 17. März 2018 zum 7. Seminar für Schauhöhlenführer in das Rasthaus bei der Schertelshöhle geladen.

"Wenn ich meine Jugendlichen bitte, mir von ihren Höhlen-Erkundungen eine Lehmprobe mitzubringen, dann schauen sie erst mal ganz verständnislos", erzählt Petra Boldt. "Aber das ist doch dort der gleiche Dreck, der sich so schwer aus den Klamotten wieder raus waschen lässt", heißt es dann erst mal. Wird dann die Probe zu Hause untersucht, kommen die Kids aus dem Staunen nicht mehr raus. Was auf den ersten Blick bekannt schien, ist doch immer wieder ganz was anderes.

Damit die Höhlenführer ihren Besuchern nicht immer nur den Standard-Text runter leiern, sondern ihren Gästen die Augen öffnen und sie in den Bann der faszinierenden Details ziehen können, gibt es spezielle Fortbildungen.

34 wissensdurstige Teilnehmer trudelten nach und nach in neblig-verschneiter Landschaft im Nordwesten Westerheims im Höhlenrasthaus ein. Kurze Erholung von der winterlichen Anfahrt und erstes Kennenlernen bei Kaffee und Butterbrezeln waren das Vorprogramm. Bunt gemischt war der Teilnehmerkreis aus ganz Baden-Württemberg. Profis von "Großbetrieben" wie der Bärenhöhle oder Idealisten aus kleinen Orten wie Gutenberg. Reine Ehrenamtliche oder (Neben-)Berufsführer.

Der UNESCO-Welterbe-Status der Eiszeithöhlen hat dort ein großes Besucherinteresse geweckt und dadurch Bedarf an neuen Höhlenführen geschaffen. Auch die anderen Höhlen erhoffen sich jetzt mehr Gäste.

"Mehr als Dreck: Die lange Entstehungsgeschichte des Höhlenlehms" nannte Winfried Hanold sein Referat. Damit gab er den Teilnehmern am Vormittag ein solides Wissens-Fundament zu Geologie und Verkarstung der Schwäbischen Alb.

Die Mittagspause bot Stärkung bei Leberkäs (oder auch fleischlos Gemüse-Maultaschen) und Kartoffelsalat mit Weck und Soß. Ein bißchen Bewegung und Gespräche machten den Kopf wieder aufnahmebereit.

Sympathie für alles, was da an kalten dunklen Orten wenig krabbelt und fliegt, sondern meist nur energiesparend lauert, entfachte dann nachmittags Hannes Köble mit seinem Bildvortrag "Höhlentiere".

Fachsimpelei unter den Teilnehmern brachte wertvolle Tipps. Abgerundet wurde das Fortbildungs-Paket durch die Befahrung der Schertelshöhle mit Erfahrungsaustausch über LED-Einbau. Zum Mitnehmen gab es die neuen Schauhöhlen-Poster mit QR-Codes und Infobroschüren einzelner Höhlen. Dann am Schluss natürlich auch noch die Teilnahme-Zertifikate.

Wie gewinnt man die Jugend und neue Mitglieder?

Verglichen mit einer respektablen Feuerwehr-Uniform oder der feschen Tracht einer Musikkapelle macht ein lehmiger Schlaz natürlich nichts her. (Schlaz = Fachbegriff für strapazierfähige Höhlenforscher-Bekleidung.) Aber Höhlenforschung ist die Raumfahrt des kleinen Mannes. Da kann man mit heroischen Exkursionen noch neue "Welten" entdecken. Und so eine heimische Lehmprobe lässt sich leichter beschaffen als Mondstaub aus dem All.

 Sonja Thümer, Schertelshöhle Westerheim     

 

 
 Foto: Sonja Thümer
 

 

Die Höhlenrettung Baden-Württemberg e.V. trauert um ihren Gründungsvater

Wolfgang „Max“ Morlock

Im Jahr 1985 war Wolfgang Morlock federführend bei der Gründung der  Höhlenrettung Baden-Württemberg e.V. beteiligt. Unter seiner Leitung wuchs die Mitgliederzahl erfreulicherweise sehr rasch an, so dass eine bis heute gut ausgebildete und ausgerüstete Anzahl an Höhlenrettern aus ganz Südwestdeutschland einsatzbereit ist.

In Anerkennung seiner Verdienste für die Höhlenkunde sowie für die Rettung aus unterirdischen Hohlräumen wurde Wolfgang Morlock im März 2013 mit der Landesehrennadel ausgezeichnet.

Wolfgang, den nicht nur seine Freunde von der Arbeitsgemeinschaft Höhle und Karst Stuttgart unter dem Namen „Max“ kannten, war viele Jahre auch Vorsitzender der Höhlenrettung Baden-Württemberg e.V. Bei den Speläologen war er vor allem bekannt durch viele Forschungen in den Höhlen des Landes und der weiten Welt, über die er dann in zahlreichen exzellent bebilderten Diavorträgen berichtet hatte.

Als Ehrenvorsitzender stand Wolfgang Morlock der Höhlenrettung auch nach seinem

2008 erfolgten Ausscheiden aus dem Amt weiterhin tatkräftig zur Seite. Sein Rat war vor allem gefragt, wenn es um heikle Angelegenheiten ging. Seine zahlreichen Kontakte bei den Speläologen sowie bei den Behörden konnte er oft nutzbringend einsetzen, um auftretende Probleme im Interesse der Höhlenforscher zu lösen.

Als leidenschaftlicher Taucher verbrachte er seine Freizeit gerne unter Wasser, am liebsten, wenn er dabei noch eine Höhle betauchen konnte. Davon wurde er jedoch im weiteren Verlauf seiner Erkrankung immer öfters abgehalten, was jedoch seinen vielen weiteren Projekten unter und über der Erde keinen Abbruch tat.

In der letzten Zeit zog er sich immer mehr in sein familiäres Umfeld zurück. Hier erlag Max auch seiner Erkrankung und wurde am 5. März 2018 von seinen Leiden erlöst.

Bei unserem Freund, Gründervater, langjährigen Vorsitzenden und Ehrenvorsitzenden möchten wir uns alle für die unzähligen Stunden, die er mit uns verbracht hat, für gelungene Rettungsaktionen, gemeinsame Höhlentouren und diverse Tauchgänge bedanken. Max wird uns immer in Erinnerung bleiben und einen Platz in unseren Herzen einnehmen.

Du wirst uns fehlen.

 Foto: Matthias Leyk, HRBW
                                                       Foto: Matthias Leyk, HRBW

 

 

Neuer LHK-Flyer

Der LHK-Flyer präsentiert sich in neuem Design.
Das überarbeitete Faltblatt ist ab sofort erhältlich und soll mit einigen Farb­bildern und knappen Texten über die Ziele des Landes­ver­bands informieren und für diesen und seine Mit­glieds­ver­eine werben.                            (yb 17.12.2017)

8. Geoparkfest am 18. Juni 2017 in Sontheim an der Brenz

Bereits seit 2010 findet das Geoparkfest jährlich wechselnd an einer der zahlreichen Infostellen statt. So erwartete die Besucher in diesem Sommer rund um das Schloss Brenz vielseitige Programmpunkte rund um die Themen Geologie und Erdgeschichte. Infostellen des gesamten UNESCO Geoparkes Schwäbische Alb präsentierten bei freiem Eintritt von 11.00 Uhr bis 18.00 Uhr spannende Informationen und Mitmachaktionen für die ganze Familie.

Das Geoparkfest ist ein Ereignis für Jung und Alt und zeichnete sich in diesem Jahr vor allem durch die Beteiligung von über 30 Geopark-Infostellen, geologischen Vereinigungen und Verbänden sowie weiteren Teilnehmern aus. Dementsprechend vielseitig war das Angebot für die Gäste: von einem Schiefer-Klopfplatz über Fango kneten und Schneckensieben bis hin zu Schaupräparationen von Fossilien war einiges geboten. Streichelzoo, Glücksrad und Quizangebote sowie eine Hüpfburg rundeten das Programm ab.

 Schloss Brenz  Schautafeln des Landesverbandes


Der Landesverband für Höhlen- und Karstforschung in Baden-Württemberg e.V. (LHK) war auch dabei. Schon bei den Vorbereitungen und dem Aufbau am 16. Juni 2017 war ich am Schloss Brenz. Dort hatte der LHK im 2. Obergeschoss die Möglichkeit, seinen Stand aufzubauen, um die Tätigkeiten des Verbandes vorzustellen.

Anhand unserer Schautafeln, vielen weiteren Bildern und einer komplett ausgerüsteten Höhlenforscher-Schaufensterpuppe vom Höhlenverein Blaubeuren konnte ich so die vielen sehr interessierten Besucher über unsere Tätigkeiten, die Höhlenforschung und den Höhlenschutz informieren.

Das Geoparkfest und auch unser Stand war bei herrlichem Wetter sehr gut besucht.

Gunter Pantel, 24.09.2017